Bauteile



Es war schonmal Prüfungsfrage zur Kendo-Danprüfung... und die einzelnen Bauteile des Shinai benennen zu können, kann auf keinen Fall schaden ;-))

 

Tsuka: Der Shinaigriff

Tsukagawa: Das Griffleder

Chigiri: Metallplättchen im inneren des Griffes

Tsuba: Griffschutz

Tsuba-dome: Eine Halterung aus Gummi oder Leder für die Tsuba

Tsuru: Spannschnur zwischen dem Tsukagawa und der Sakigawa

Sakigawa: Die Lederkappe auf der Schwertspitze

Nagayui: Lederband zu Beginn des obersten Drittels der Klinge. Es fixiert die Tsuru und markiert zugleich die Trefferzone des Shinai.

Sakigome: Abstandhalter aus Kunststoff oder Leder in der Schwertspitze. Verhindert mitunter ein Verkanten der einzelnen Streben.

Kensen: Die Trefferfläche des Shinai, am Katana die schärfste Partie der Klinge

Take: Eine Strebe des Shinai

 

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Bambussorten



Im Kendo haben wir es ständig im Einsatz, Training für Training. Spätestens seit der Prüfung zum 5.Kyu wissen wir auch, wie man es zerlegt und (hoffentlich) auch wieder zusammenbaut. Hier nun ein paar Informationen über das Baumaterial!

 

Japanischer Bambus

Durch seine schwammige Struktur und die besondere Dichte der Fasern nahe der Oberfläche ist der jap. Bambus bestens für Shinais geeignet.

Durch das relative feuchte Klima Japans kann dieser Bambus natürlich getrocknet werden, dadurch behält er sehr lange seine Farbe.

Japanischer Bambus ist nur mäßig flexibel und haltbar, aber wie bei allen Shinai geben unterschiedliche Formen der Kensen und Tsuka einen breiten Spielraum an Einsatzmöglichkeiten.

 

Taiwanesischer Bambus

Durch das feuchte Klima Taiwans ist der Bambus sehr gleichmäßig gefasert und hat nur wenige Lufteinschlüsse.

Aber auf Grund eben dieses feuchten Klimas ist eine natürliche Trocknung des Bambus nicht möglich. Nach Trockung der im Bambus enthaltenen Öle wird daher der Bambus künstlich getrocknet.

Taiwanesicher Bambus hat die höchste Haltbarkeit und Flexibilität des für Shinai verwendeten Bambus. Die Bruchgefahr ist sehr niedrig.

 

Bio-Bambus

Bambus aus ökologischem Anbau wird in Japan sowie in Taiwan gezogen und zu Shinai verarbeitet. Es gelten die für das Herkunftsland typischen Charakteristika, nur in der Haltbarkeit und Flexibilität ist er dem Plantagenbambus etwas unterlegen.

 

Carbon

Carbon Shinai werden aus unterschiedlichen Kunstfasern hergestellt, vorwiegend natürlich aus GFK und CFK.

Carbonshinai sind relativ flexibel, aber weniger als Bambus-Shinai. Dafür sind sie natürlich wesentlich haltbarer; man geht von etwa der 30fachen Lebensdauer aus.

Von einem weiteren Einsatz im Kendo muß sofort abgesehen werden, wenn das Schwarz des kohlefaserverstärkten Kunststoffes zum Vorschein kommt.

 

Heute werden etwa 80% der Shinai außerhalb von Japan, meist aus taiwanesischem Bambus, gefertigt. Chinesischer Bambus wird nahezu gar nicht verarbeitet; er ist zu spröde und splittert leicht. Einige wenige Shinais werden aus einem speziellen grünen Bambus gefertigt, der für seine ausgezeichnete Haltbarkeit bekannt ist.

 

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Shinai - Typen



Und welches ist nun das richtige Shinai für mich? Einfach wird es uns ja nicht gemacht. Nur selten hat man die Gelgenheit, aus einem großen Pool das Shinai herauszugreifen, daß am besten in der Hand liegt. Damit aber auch der Einkauf über den Onlineshop zum gewünschten Erfolg führt, hier ein paar Infos über die verschiedenen Shinaivarianten:

 

Dobari: Dobari-Shinai zeichnen sich durch die besondere Gewichtsverteilung aus. Der erste Knoten nach der Tsuka ist stark verdickt, damit wandert der Schwerpunkt des Shinai hin zur rechten Hand, an die Tsuba heran. Dadurch fühlt sich das Shinai leichter an, kleine Techniken sind schneller und einfacher auszuführen.

 

Koban: Der Querschnitt des Griffes eines Koban-Shinai ist oval. Diese ergonomische Grifform erleichtert der linken Hand die Kontrolle über das Shinai, es kann sich kaum noch in der Hand verdrehen. Üblicherweise ist bei Kobam-Shinais der Griff durchgehend oval, es gibt aber auch Varianten, bei denen nur der untere Teil oval, der obere Teil  der Tsuka aber wieder rund ist. Diese Variante wird gerne für Katate-Techniken (Einhand-Techniken) eingesetzt.

 

Large-Grip: Nomen est omen. Der Griffdurchmesser dieser Kendo-Shinai ist größer als bei Standardshinais. Gerade für Menschen mit größeren Händen sind diese Shinai ideal, um Blasen in den Händen zu vermeiden. Schmalere Griffe lassen sich in einer großen Hand wesentlich schlechter halten, es bildet sich ein Hohlraum, in dem das Shinai reiben kann.

 

Koto Kata: Koto Kata-Shinai sind klassische japanische Shinai. Die Form des Shinai ist sehr schlank, der erste Knoten ist nicht sonderlich stark ausgeformt. Damit wandert der Schwerpunkt des Shinai weiter zur Mitte hin. Kosho-Shinai werden gerne von großen Menschen und für große Techniken verwendet.

 

Zum Abschluß kommt, was eigentlich gar nicht erwähnt werden müßte:

1. Kaufe nur Shinai, die den offiziellen Kendo-Standards entsprechen

2. Nehme kein Shinai, das Brüche in den Streben aufweist. Häufig entstehen beim Biegen während der Fertigung kleine Querrisse, die man erst bei dem ersten Zerlegen des Shinai entdeckt.

3. Nimm keine Shinai, die den Anschein machen, schon ewige Zeiten auf Halde zu liegen. Man weiß nicht genau, wie sie gelagert wurden und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß sie ausgetrocknet sind...

 

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Pflege



Üblicherweise sind Shinai aus Bambus gefertigt. Damit besteht immer das Risiko eines Strebenbruches während des Trainings. Trotzdem kann man die Lebensdauer des Shinai erhöhen, indem man folgendes beachtet:

 

Nach dem Kauf des Shinai und vor dem ersten Gebrauch sollte das Shinai in seine Einzelteile zerlegt werden. Scharfe Kanten, die bei der Herstellung des Shinai entstehen, sollten ganz leicht mit feinkörnigen Schleifpapier abgerundet werden, um Absplitterungen zu Vermeiden.

 

Die Bambusstreben von allen Seiten mit Salatöl einreiben, das Öl einziehen lassen und gegebenenfalls den Vorgang wiederholen. Überschüssiges Öl abreiben. Der Bambus erhält dadurch eine dunklere Farbe, die Lebensdauer des Shinai erhöht sich erheblich.

 

Eine weitere, hervorragende Methode, das Shinai einzuölen, funktioniert wíe folgt: Kaufe im Baumarkt ein schlankes Abwasserrohr mit etwa 125 cm Länge. Besorge dazu zwei passende Abschlüsse, von denen Du einen fest ( mit viel Klebeband zum Beispiel) an dem Rohr befestigst. Vor allem dicht muss der Abschluß sein. Jetzt einfach das oder die Shinai reingestellt, das Rohr mit öl aufgefüllt und den zweiten Deckel drauf. Zur Sicherheit. Nach ein/zwei Tagen hat sich der Bambus komplett vollgesaugt!

 

Drehe das Shinai etwa nach vier bis fünf Trainingseinheiten. Die Schlagseite des Shinai ist am stärksten bruchgefährdet, durch das Drehen verteilt sich das Risiko auf alle vier Streben.

 

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Pflege II



Folgenden Pflegehinweis habe ich per E-mail zugesandt bekommen, herzlichen Dank dafür!

"Das Einölen eines Shinai hat bei mir nie viel gebracht. Das Shinai brach zwar nicht, wurde aber immer schnell faserig. Was hilft ist aber eine Lagerung in feuchter Umgebung. Nun ist das in unseren zentralgeheizten Räumen schwer zu bewerkstelligen. Aber es gibt eine Lösung: Das schon von Euch erwähnte Abflussrohr wird unten wasserdicht verschlossen (passende Deckel mit Gummidichtung halten auch ohne weiteres Klebeband), dann einen durchlöcherten Blumentopf aus Plastik (umgekehrt) unten reinstellen, einen Becher voll Wasser reinkippen, Shinais reinstellen (sollen nicht in das Wasser tauchen, deshalb der Blumentopf) und das ganze oben mit eine Plastiktüte oder Deckel oder ähnliches verschließen. Die Shinais stehen wie in Japan in einer feuchten Luft und halten ohne einzuölen sehr lange ohne zu brechen und ohne faserig zu werden.

Ich brauche seitdem nur 1 Shinai pro Jahr bei 2 Trainingeinheiten pro Woche. Ein eingeöltes Shinai hielt bei mir nur 3 Monate. Nicht Öl, sondern Feuchtigkeit hilft dem Shinai. Das Einölen ist nur ein verzweifelter Versuch, die Feuchtigkeit im Shinai zu konservieren."

Nachtrag: "
 
Zu erwähnen ist noch, dass das Abflußrohr durchaus dicker sein kann als das fürs Einölen und dass man dann auch mehrere Shinais gleichzeitig reinstellen kann. Ab und zu Wasserstand kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen."

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Längen und Maße



Im Kendo gelten für Wettkämpfe folgende Shinai-Maße, in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht.

 

  Geschlecht Kinder Jugendliche Erwachsene
Länge beide kürzer 114cm kürzer 117cm kürzer 120cm
Gewicht männlich mind. 440g mind. 480g mind. 510g
  weiblich mind. 400g mind. 420g mind. 440g
Durchmesser männlich mind. 25mm mind. 26mm mind. 26mm
  weiblich mind. 24mm mind. 25mm mind. 25mm

 

Folgende Alterklassen für Kinder und Jugendliche sind in Kendo festgelegt:

 

Klasse 1: Bis 6 Jahre, Shinaigröße und Gewicht freigestellt

Klasse 2: 7-9 Jahre, Shinaigröße 36 oder 37 und Gewicht freigestellt

Klasse 3: 10-12 Jahre, Shinaigröße 36 oder 37 und Gewicht freigestellt

Klasse 4: 13-15 Jahre, Shinaigröße 37 und Gewicht freigestellt

Klasse 5: 16-18 Jahre, Shinaigröße 38

 

Alle Angaben ohne Gewähr!

 

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