Seit rund 300 Jahren kommt im japanischen Schwertkampf das Bambusschwert, das Shinai, als Trainingswaffe zum Einsatz. Der Grund dafür liegt auf der Hand, senkt es doch das Verletzungsrisiko ganz imens.
Zusammengesetzt ist es aus vier Streben (take), die durch das Griffleder (tsuka-gawa) und eine Lederkappe auf dem Klingenende (kissaki), der sakigawa, zusammengehalten werden. Beide Lederteile sind durch die tsuru miteinander verspannt. Damit sich diese nicht verdreht, wird sie nach etwa einem Drittel der Klingenlänge von dem nagayui fixiert. Schließlich wird auf den Griff (tsuka) des Shinai das Stichblatt (tsuba) aufgezogen und mit einem kleinen Gummiring (tsuba-dome) fixiert. Verborgen innerhalb des Griffes sitzt ein kleines Metallplättchen (chigiri), welches ein Verrutschen der Streben gegeneinander verhindert. Schließlich sitzt in der Schwertspitze die saki-gome, ein kleiner Abstandshalter der verhindert, daß sich die Streben gegeneinander verkanten.
Unterschieden werden grundsätzlich zwei Shinai-Typen. Dobari-Shinai haben einen stark ausprägten ersten (sichtbaren) Bambusknoten. Damit wandert der Schwerpunkt nahe an den Griff heran, das Schwert ist hervorragend zum Einsatz in Wettkämpfen geeignet, also für kleine Techniken aus dem Handgelenk heraus.
Koto-Shinai, was übersetzt etwa "altes Schwert" heißt, sind dagegen eher schlank gefertigt, Damit liegt der Schwerpunkt mittiger im Shinai, es fühlt sich kopflastig an. Damit ist es hervorragend für große, weite Techniken geeignet.
Daneben gibt es noch zahlreiche andere Varianten und Sonderformen. Shinai mit ovalem Griff, dickerem Griff, Frauen-Shinai mit 39er Länge bei 38er Gewichtung...
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